Cloud-Speicher mit Serverstandort Deutschland — die Alternative zu OneDrive

Nicht jeder Betrieb möchte seine Daten bei internationalen Anbietern liegen haben. Wie eine deutsche Alternative funktioniert und warum ein Netzlaufwerk oft besser passt als Synchronisation.

Veröffentlicht am 16. September 2026 · Lesezeit rund 6 Minuten · von Silz-Networks, IT-Systemhaus in Eppertshausen

Serverschränke in einem Rechenzentrum

Warum der Speicherort überhaupt eine Rolle spielt

Für viele Betriebe ist OneDrive vollkommen in Ordnung, und wir richten es regelmäßig ein. Es gibt aber Fälle, in denen der Speicherort zur echten Frage wird: bei Mandanten- und Patientendaten, bei Konstruktionsunterlagen, bei Kunden, die vertraglich einen Verarbeitungsort in der EU verlangen — oder schlicht, weil die Geschäftsführung wissen möchte, wo die Daten physisch liegen.

Genau dafür bieten wir seit September 2026 eine Alternative an, bei der die Daten ausschließlich in Deutschland gespeichert werden. Das vereinfacht die datenschutzrechtliche Bewertung erheblich: keine Drittlandübermittlung, keine Standardvertragsklauseln, keine Diskussion über Zugriffsrechte ausländischer Behörden.

Der eigentliche Unterschied: Netzlaufwerk statt Synchronisation

Der Speicherort ist das eine. Technisch interessanter ist, wie die Daten auf den Arbeitsplatz kommen.

OneDrive und ähnliche Dienste arbeiten mit Synchronisation: Es gibt einen Ordner auf dem Rechner, dessen Inhalt mit der Cloud abgeglichen wird. Die Daten liegen also doppelt — einmal online, einmal lokal.

Unsere Lösung bindet sich stattdessen als ganz normales Netzlaufwerk in Windows ein. Ihre Mitarbeitenden sehen im Explorer ein Laufwerk und arbeiten damit wie mit jeder anderen Freigabe. Kein Zusatzprogramm, keine Sync-Symbole, keine Konfliktdateien.

Was das im Alltag ändert

ThemaSynchronisationNetzlaufwerk
Speicherplatz am ArbeitsplatzDaten liegen zusätzlich lokalNur das, was gerade geöffnet ist
Neuer ArbeitsplatzErstabgleich kann Stunden dauernSofort verfügbar
Zwei Personen, eine DateiKonfliktkopien möglichKlassische Dateisperre wie im LAN
Große Dateien (CAD, Video)Jede Änderung wird komplett abgeglichenZugriff direkt am Ablageort
Offline arbeitenFunktioniertNur eingeschränkt — Verbindung nötig

Die letzte Zeile ist ehrlich gemeint und der wichtigste Punkt gegen diese Lösung: Wer regelmäßig ohne Internetverbindung arbeitet, ist mit Synchronisation besser bedient.

Für wen sich das lohnt — und für wen nicht

Passt gut, wenn Sie eine zentrale Dateiablage bevorzugen, bisher mit einem Fileserver gearbeitet haben und die vertrauten Abläufe behalten wollen, wenn der Speicherort eine Rolle spielt, oder wenn Sie mit großen Dateien arbeiten.

Passt weniger gut, wenn Ihre Leute viel unterwegs und offline arbeiten, wenn Sie stark auf die gleichzeitige Bearbeitung in Word und Excel im Browser setzen, oder wenn Microsoft 365 bei Ihnen ohnehin die gesamte Zusammenarbeit trägt. Dann ist OneDrive die passendere Wahl, und das sagen wir auch so.

Größen, Laufzeit und Kosten

Verfügbar von 1 TB bis 20 TB, erweiterbar, wenn der Bedarf wächst. Die Abrechnung erfolgt monatlich, die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwölf Monate. Den konkreten Preis nennen wir nach einem kurzen Gespräch — er hängt an der Größe und daran, ob Sie die Einrichtung mitbuchen.

Wie wir vorgehen würden

Zuerst die Frage, was heute wo liegt: Fileserver, OneDrive, SharePoint, eine externe Platte im Büro? In vielen Betrieben existiert alles gleichzeitig, und niemand hat den vollständigen Überblick. Danach entscheidet sich, ob eine Umstellung überhaupt sinnvoll ist — oder ob es reicht, das Vorhandene aufzuräumen.

Die Migration selbst läuft in der Regel über ein Wochenende. Wichtig ist der Zwischenschritt: erst die Struktur festlegen und Rechte sauber vergeben, dann kopieren. Wer eine unaufgeräumte Ablage eins zu eins in die Cloud schiebt, hat danach eine unaufgeräumte Ablage in der Cloud.

Häufige Fragen

Brauchen wir dann keinen Fileserver mehr im Haus?

In vielen Fällen nicht. Das ist häufig der eigentliche wirtschaftliche Hebel: keine Serverhardware, kein Austauschzyklus alle fünf Jahre, keine Wartung. Es gibt aber Ausnahmen — etwa Branchensoftware, die zwingend eine lokale Datenbank auf einem Server erwartet. Das prüfen wir vorher.

Was passiert, wenn das Internet ausfällt?

Dann ist das Laufwerk nicht erreichbar. Deshalb schauen wir uns vorher die Internetanbindung an. Bei Betrieben, die stark von der Ablage abhängen, ergänzen wir eine zweite Leitung oder einen Mobilfunk-Rückfallweg — das kostet wenig und verhindert den Stillstand.

Wie sieht es mit der Datensicherung aus?

Cloud-Speicher ist keine Sicherung. Dass die Daten redundant liegen, hilft gegen Hardwareausfall — nicht gegen versehentliches Löschen oder Verschlüsselung durch Schadsoftware. Wir sichern deshalb zusätzlich nach der 3-2-1-Regel, wie in unserem Beitrag zur Datensicherung beschrieben.

Fragen zu diesem Thema?

Wir beraten Betriebe aus Eppertshausen, Dieburg und der Region — die Erstberatung kostet nichts.