Die 3-2-1-Regel: Datensicherung, die im Ernstfall auch funktioniert
Die meisten Betriebe haben ein Backup — deutlich weniger eines, das nach einem Verschlüsselungsangriff noch brauchbar ist. Woran das liegt.
Veröffentlicht am 8. September 2026 · Lesezeit rund 5 Minuten · von Silz-Networks, IT-Systemhaus in Eppertshausen

Die Regel in einem Satz
Drei Kopien Ihrer Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Die Regel ist alt, unspektakulär und funktioniert immer noch — weil sie genau die Fälle abdeckt, die tatsächlich eintreten.
- Drei Kopien: die Originaldaten und zwei Sicherungen. Eine einzige Sicherung reicht nicht, denn auch Sicherungen können defekt sein.
- Zwei Medien: etwa Server und externe Festplatte oder Server und Cloud. Liegt alles auf demselben System, nimmt ein Defekt beides mit.
- Eine außer Haus: Bei Feuer, Wasserschaden oder Einbruch nützt die beste Sicherung nichts, wenn sie im selben Raum steht.
Warum das seit Ransomware wichtiger ist als früher
Verschlüsselungstrojaner suchen gezielt nach Sicherungen. Alles, was vom infizierten Rechner aus erreichbar ist — verbundene Netzlaufwerke, angesteckte Festplatten, Cloud-Ordner mit Synchronisierung — wird mitverschlüsselt. Ein Backup, das dauerhaft verbunden ist, ist deshalb im Ernstfall genauso wertlos wie gar keines.
Der entscheidende Zusatz zur Regel lautet daher: Mindestens eine Kopie muss getrennt oder unveränderbar sein. Technisch geht das über Bandlaufwerke, über Festplatten, die nach der Sicherung abgezogen werden, oder über Cloud-Speicher mit Unveränderbarkeit — dort lassen sich Sicherungen für einen festgelegten Zeitraum nicht löschen oder überschreiben, auch nicht mit Administratorrechten.
Der Test, den fast niemand macht
Die wichtigste Frage ist nicht, ob die Sicherung läuft. Sie lautet: Wann wurde zuletzt etwas daraus zurückgespielt?
Aus der Praxis: Sicherungsaufträge, die seit Monaten mit einem Fehler abbrechen, den niemand liest. Sicherungen, die brav laufen, aber ein Verzeichnis nicht enthalten, das vor zwei Jahren verschoben wurde. Datenbanken, die im laufenden Betrieb gesichert und dadurch unbrauchbar wurden. All das fällt erst auf, wenn man zurückspielt — oder eben im Ernstfall.
Deshalb gehört ein regelmäßiger Rückspieltest zu jeder ernst gemeinten Betreuung. Bei unseren Managed-Services-Kunden ist er Teil der Pauschale.
Zwei Zahlen, die Sie festlegen sollten
Wie viel Datenverlust ist verkraftbar? Wird einmal täglich nachts gesichert, kann im schlimmsten Fall ein Arbeitstag fehlen. Für viele Betriebe ist das in Ordnung, für andere nicht — dann muss häufiger gesichert werden.
Wie lange darf die Wiederherstellung dauern? Ein Server aus einer Cloud-Sicherung zurückzuholen kann bei großen Datenmengen einen Tag dauern. Wenn Ihr Betrieb keinen Tag stillstehen kann, brauchen Sie zusätzlich eine lokale Kopie, aus der sich schneller wiederherstellen lässt.
Beide Antworten sind eine geschäftliche Entscheidung, keine technische. Aber sie bestimmen, wie die Sicherung aussehen muss.
Häufige Fragen
Reicht die Cloud-Synchronisierung als Backup?
Nein. Synchronisierung ist kein Backup: Wird eine Datei lokal gelöscht oder verschlüsselt, wird diese Änderung in die Cloud übernommen. Manche Dienste halten Versionen für einige Zeit vor, was hilft — aber verlassen sollte man sich darauf nicht. Ein Backup ist eine bewusst getrennte, zurückliegende Kopie.
Wie lange sollten wir Sicherungen aufbewahren?
Für den Alltag reichen meist einige Wochen. Wichtiger ist die Staffelung: tägliche Sicherungen für die letzten Wochen, dazu monatliche über einen längeren Zeitraum. Manche Verschlüsselungsangriffe bleiben wochenlang unbemerkt — dann brauchen Sie einen Stand von vorher. Steuerliche Aufbewahrungsfristen sind ein eigenes Thema und gehören mit dem Steuerberater geklärt.
Prüfen Sie unsere bestehende Sicherung?
Ja. Wir schauen uns an, was gesichert wird, was fehlt, ob die Sicherung vom Netz erreichbar ist und ob sich daraus tatsächlich zurückspielen lässt. Das ist meist der erste Schritt, bevor über irgendetwas anderes gesprochen wird.
