Noch Windows 10 im Betrieb? Was Sie jetzt wissen müssen

Der Support für Windows 10 ist im Oktober 2025 ausgelaufen. Was das praktisch bedeutet, welche Wege es gibt und warum Aussitzen die teuerste Variante ist.

Veröffentlicht am 8. September 2026 · Lesezeit rund 6 Minuten · von Silz-Networks, IT-Systemhaus in Eppertshausen

Büroarbeitsplatz mit einem Rechner unter Windows 10

Was genau passiert ist

Microsoft hat den regulären Support für Windows 10 am 14. Oktober 2025 beendet. Seitdem gibt es keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Die Rechner laufen weiter — das ist der Grund, warum das Thema in vielen Betrieben liegen geblieben ist. Nichts stürzt ab, nichts blinkt rot, es fällt schlicht nicht auf.

Das Problem entsteht zeitversetzt. Jede neue Sicherheitslücke, die ab diesem Zeitpunkt gefunden wird, bleibt auf diesen Systemen offen. Angreifer wissen das und suchen gezielt nach Systemen ohne Updates. Ein Jahr nach Supportende ist ein Windows-10-Rechner ohne Zusatzmaßnahmen kein „etwas älteres System“ mehr, sondern ein bekanntes Einfallstor.

Die vier Wege aus der Situation

Es gibt nicht die eine richtige Antwort. Welcher Weg passt, hängt vom Alter der Geräte und von Ihrer Software ab.

  • Auf Windows 11 aktualisieren. Kostenlos, wenn die Hardware die Anforderungen erfüllt — insbesondere TPM 2.0 und einen unterstützten Prozessor. Geräte ab etwa Baujahr 2019 schaffen das meist.
  • Gerät ersetzen. Bei Rechnern, die ohnehin fünf Jahre und älter sind, ist das oft die wirtschaftlichere Variante. Ein Austausch bringt zusätzlich Geschwindigkeit und Garantie zurück.
  • Erweiterte Sicherheitsupdates buchen. Microsoft bietet kostenpflichtige Extended Security Updates an, mit denen Windows 10 befristet weiter Sicherheitspatches erhält. Das ist eine Brücke, keine Lösung — die Kosten steigen typischerweise von Jahr zu Jahr.
  • Gerät isolieren. Wenn eine Maschinensteuerung zwingend auf Windows 10 laufen muss und der Hersteller nichts anderes freigibt: das System vom übrigen Netz und vom Internet trennen. Das kommt in der Produktion häufiger vor, als man denkt.

Der Punkt, der meistens übersehen wird

Die Frage ist selten „Windows 11 oder nicht“, sondern: Läuft unsere Branchensoftware darunter? Praxisverwaltung, Warenwirtschaft, CAD, Steuerung — hier entscheidet der Softwarehersteller, nicht Microsoft. Bevor Sie Hardware bestellen, sollte deshalb geklärt sein, welche Version Ihrer Fachanwendung für Windows 11 freigegeben ist. Manchmal hängt an einem Betriebssystemwechsel ein Softwareupdate, das eigenes Budget und eigene Schulungszeit braucht.

Wie wir vorgehen würden

Zuerst eine Bestandsaufnahme: Welche Geräte laufen noch unter Windows 10, welche davon sind aktualisierbar, welche nicht? Das ist eine Liste, keine Diskussion — danach ist die Größenordnung klar. Anschließend gruppieren wir: Was wird aktualisiert, was ersetzt, was muss isoliert weiterlaufen. Der Austausch selbst lässt sich über mehrere Monate strecken, damit die Kosten nicht in einem Quartal anfallen.

Wichtig ist nur, überhaupt anzufangen. Ein Plan über zwölf Monate ist deutlich besser als ein Notkauf nach einem Sicherheitsvorfall.

Häufige Fragen

Können wir Windows 10 nicht einfach weiter benutzen?

Technisch ja, die Rechner laufen. Aber sie erhalten keine Sicherheitsupdates mehr, und das ist mit jedem Monat ein größeres Risiko. Hinzu kommt: Wenn ein Schadensfall eintritt und nachweisbar ein seit Monaten ungepatchtes System die Ursache war, kann das auch versicherungsrechtlich und im Hinblick auf Ihre Sorgfaltspflichten unangenehm werden.

Woran erkenne ich, ob ein Rechner Windows 11 kann?

Wesentlich sind TPM 2.0, Secure Boot und ein von Microsoft unterstützter Prozessor. Statt jedes Gerät einzeln zu prüfen, lesen wir das im Rahmen einer Bestandsaufnahme zentral aus — bei zwanzig Geräten ist das eine Sache von Minuten statt eines halben Tages.

Was kostet die Umstellung?

Die Aktualisierung eines geeigneten Geräts kostet vor allem Arbeitszeit. Ein Austauschgerät kostet je nach Ausstattung mehr. Verlässlich lässt sich das erst nach der Bestandsaufnahme sagen — dann aber als konkrete Zahl und nicht als Schätzung.

Fragen zu diesem Thema?

Wir beraten Betriebe aus Eppertshausen, Dieburg und der Region — die Erstberatung kostet nichts.